ვინფრიდ ბოედერი _ ფიქრები „ერთი“ და „ყველა“ სიტყვებზე


ვინფრიდ ბოედერი

ფილოლოგიის მეცნიერებათა დოქტორი, ოლდენბურგის უნივერსიტეტის პროფესორი (გერმანია).

ძირითადი ნაშრომები (ბოლო წლების):

Evidentiality in Georgian, in: Evidentials. Turkic, Iranian and Neighbouring Languages (2000); C. Schroeder-თან ერთად: Relational coding in Georgian and Turkish noun phrases: syntax, derivational morphology, and «linking» by means of participles, Turkic Languages 4 (2000); Syntax and morphology of polysynthesis in the Georgian verb, in: Problems of Polysynthesis (2002); Speech and thought representation in the Kartvelian (South Caucasian) languages, in: Reported Discourse (2002); The South Caucasian languages, Lingua 115 (2005); Depictives in Kartvelian, in: Secondary Predication and Adverbial Modification (2005).

ინტერესთა სფერო: ზოგადი და შედარებითი ენათმეცნიერება, ქართველოლოგია.

ქართველურ ენებში ცნებებს „ერთი“ და „ყველა“ ნაწილობრივ პარალელური სემანტიკური სტრუქტურა აქვს. ან შესაბამისი სიმრავლის ცალკეული ობიექტია ფოკუსში მოქცეული („ერთი ქართველი“ სხვა ქართველების განსხვავებით; „ყოველი ქართველი“ ყველა ქართველის სიმრავლეში), ან შესაბამისი სიმრავლეა განხილული შინაგანი შედგენილობის მიუხედავად („(ისინი არიან) ერთი ერი“, „ყველა ქართველი (ერთად)“). მეორე შემთხვევაში „ერთი“ და „ყველა“, მართალია, მრავალ ობიექტს შეიცავს, რომლებიც ერთ მთლიანს ქმნიან (ერი შედგება სიმრავლის თითოეული წევრისაგან, შესაბამისად, ყველა ქართველი ერთად – თითოეული ქართველისაგან), მაგრამ სიმრავლის თითოეული ობიექტი ფოკუსში არ არის მოქცეული. ცნება „ყველას“ შემთხვევაში ორივე ასპექტი ცალკე ლექსემადაა ლექსიკალიზირებული ახალ ქართულში: ყოველი განსხვავებით ყველა-სგან. ცნება „ერთ-ისთვის“ კი უმეტეს შემთხვევებში ერთი და იგივე ლექსემა იხმარება (მაგრამ ყოველთვის არა: მარტო, მხოლო, ცალი ცნება „ერთი ცალკე-ს“ ფორმებია). საფიქრებელი შეიძლება იყოს, რომ ქართველურ ფუძე ენაში ისეთივე შეპირისპირება არსებობდა, როგორც ინდოევროპულ ფუძე ენაში (*oi(no)- „ერთი ცალკე/მარტო“ – *sem- „ერთი ერთად“, R. Anttila). ამას ეტყობა მხარს უჭერს ეტიმოლოგია. ერთ- ალბათ ეკუთვნის რთ- ძირს (შდრ. მ-რთ-ელ-ი), მაშინ როდესაც სვანური ეშხუ „ერთი“ ქართულ სხვა- სიტყვის შესატყვისია, რომელიც „ერთი ცალკესა” და „სხვების” ოპოზიციის არსებობას პირობად მოითხოვს. – ყველა-ს ეტიმოლოგიაც შეესატყვისება თავის ფუნქციას („ყველანი ერთად“), ვინაიდან, როგორც ჩანს, ეს სიტყვა უდრის სიტყვა ყველ-ს, რომელიც წარმოშობით „შეყოფილს“ ნიშნავდა (მზ. შანიძე). – იმ შემთვევაში, თუ ყავ/ყვ- „ყოფნას“ ნიშნავდა, ყოველი (< *ყვ-ოვ-ელ-ი) მიმღეობაა (ნ. მარი; შდრ. ცხ-ოვ-ელი „რაც ცხოვრობს“) და ადრე ნიშნავდა „რაც/ვინც არის/არსებობს“ („ყოველი ქართველი“ = „ქართველი ვინც არის/არსებობს“). „ყველა-ს“ აღმნიშვნელი ანალოგიური ფორმები სხვა ენებშიც გვხვდება (მაგალითად ლაკურში, თურქულსა და ფინოუგრულ ენებში, ბასკურში).

Winfried Boeder

Überlegungen zu „ein“ und „all“ in den Kartvelsprachen1

Die Wörter „ein“ und „all“ sehen wie die reine Verkörperung einer Quantifizierung aus, die in Mathematik bzw. Logik formal definiert werden können. Aber bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass nicht alle Sprachen einen einfachen Begriff «eins» kodieren (Gamqreliჳe – Ivanov 1984: 844), und die Differenzierung des All-Quantors in „jeder“ und „alle“ in manchen Sprachen (neugeorgisch qvela „all“, qovel- „jeder“) zeigt, dass die Definition durch einen All-Quantor zur Beschreibung der sprachlichen Tatsachen nicht ausreicht (vgl. Gil 1995). Die folgenden Ьberlegungen sollen zeigen, dass „ein“ und „all“ teilweise дhnliche semantische Strukturen aufweisen. In diesem Zusammenhang werde ich mцgliche Etymologien erwдgen, aber keine Etymologie durch morphologische Details erhдrten kцnnen; vielmehr werde ich nur ьber den Rahmen sprechen, in dem nach Etymologien der entsprechenden Wцrter gesucht werden kann.

1. In den indogermanischen Sprachen gibt es zwei Wurzeln, die „eins“ bezeichnen: 1) *oi(no)- (vgl. lateinisch unus, englisch one, altindische йka, slavisch inй usw.) und 2) *sem- (vgl. lateinisch sem-el `einmal’, griechisch heоs/mнa/hйn `eins’, armenisch mi `eins’, englisch some, deutsch zu-samm-en, ge-sam-t usw.). In den verschiedenen Sprachen ist jeweils eine dieser Wurzeln verallgemeinert worden; manchmal ist die jeweils andere Wurzel in der betreffenden Sprache nur in bestimmten abgeleiteten Bedeutungen erhalten (z.B. im Deutschen und Englischen: zu-samm-en/some neben dem Zahlwort ein/one). Anttila (1989: 366- 367) hat fьr das Proto-Indogermanische folgenden semantischen Unterschied zwischen den beiden Wurzeln rekonstruiert: Die Wurzel *oi(no)- bedeutet `one alone’ und wird auch in den Einzelsprachen oft fьr den Begriff `allein’ gebraucht. Die Wurzel *sem- dagegen bedeutet: „one together“. Im ersten Fall wird ein Gegenstand aus einer (wirklichen oder vorgestellbaren) Menge, einem Aggregat abgetrennt, im zweiten Fall werden Gegenstдnde zu einer Einheit zusammengefьgt. In beiden Fдllen steht „eins“ in Opposition zu „mehreren“: im ersten Fall zu anderen Gegenstдnden der betreffenden Menge (wie in: einer von ihnen), im zweiten Fall zu Gegenstдnden, die durch „eins“ zu einer Einheit zusammengefьgt sind, deren innere Konstituenz aber nicht fokussiert wird (wie in: sie sitzen an einem Tisch, mit einem Wort, es war ein Durcheinander; (Papiჳe 2008).

2. Es ist denkbar, dass auch im Kartvelischen die Wörter swanisch esxu „ein“ und georgisch erti, mingrelisch arti „ein“ ursprünglich in dieser semantischen Beziehung zueinander standen. Entsprechungen von esxu finden sich in allen Kartvelsprachen, ert- ist nur georgisch und sanisch (mingrelisch-lasisch). Die georgische Entsprechung von esxu ist sxva `ander’ (Ertelisvili 1950: 213). Die Bedeutungsentswicklung von „eins“ zu „ander“ ist leicht zu verstehen: ert- hat ursprьngliches sxva- „ein“ ьberall verdrдngt, auЯer in einer besonderen Verwendung in der Koordination. In: einer arbeitet (und) ein (anderer) faulenzt hat das zweite ein wegen des Kontrastes zwischen dem ersten und zweiten Konjunkt die Bedeutung von „ander“. Vgl. georgisch ertman erts „einer den einen = einer den anderen“> ertmanets „einander“, sowie (1) vs. (2):

(1) ვერ ჴელ-ეწიფების ორთა უფალთა მონებად: ანუ ერთი იგი მოიძულოს და სხუაჲ იგი შეიყვაროს ver qel-ecipebis orta upalta monebad: anu erti igi moiჳulos da sxvaj igi seiqvaros (M 6,24) „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben.“

(2) ორნი ფქვიდენ ფქვილსა ერთად: ერთი იგი წარიტაცოს და ერთი იგი დაშთეს orni pkviden pkvilsa ertad: erti igi caritacos da erti igi dastes (L 17,34; griechisch: hз mнa … hз dи hetйra) „Zwei mahlen Mehl zusammen: eine wird weggerafft und eine bleibt.“2

Дhnlich hat das slavische Wort inй „eins“ (cf. vй ino „in einem fort“), die Bedeutung „ander“ bekommen.3

3. Es sind nun mindestens zwei Szenarien vorstellbar: Entweder gab es im Kartvelischen wie im Indogermanischen nebeneinander die beiden Wцrter: die Entsprechung von swanisch esxu mit der Bedeutung „one alone“ und die Entsprechung von erti mit der Bedeutung „one together“; dann wurde im Swanischen esxu verallgemeinert, im Georgisch-Sanischen dagegen erti. Oder es gab zuerst nur die Entsprechung von esxu, und erti ist eine Neubildung des Georgisch-Sanischen, welche die Bedeutung „one together“ hatte und dann verallgemeinert wurde. – Wie auch immer, es stellt sich die Frage, ob es Anhaltspunkte fьr die ursprьngliche Bedeutung der beiden Etyma gibt. Die Bedeutung des Prototypen von swanisch esxu „one alone“ wird durch die Bedeutung von georgisch sxva- gestьtzt, die einen Gegensatz zwischen einem und anderen Gegenstдnden derselben Menge voraussetzt. Andererseits ist die Bedeutung „one together“4 fьr ert- plausibel, wenn es zur Wurzel rt(-v-a) `vereinigen’ gehцrt (vgl. rt-ul- „zusammengesetzt“ und pur-is-rt-v-a „gemeinsam essen“, wцrtl. „das Brot vereinigen“). Ungeklдrt ist dabei allerdings, ob es noch andere Wurzelbildungen wie ert- gibt. Das anlautende e- ist wahrscheinlich dasselbe wie in e-sxu; vgl. georgisch e-rt : swanisch e-sxu „ein“ = georgisch urt( i-e-rt/ert-u-rt)-:swanisch u-sxы(-ar)- „einander“, wo e- und u- wahrscheinlich keine Versionsvokale sind wie in dem bekannten Toponym x-e-rt-v-is- `Zusammenfluss zweier Flьsse, Halbinsel’ (Sani3e 1973 $ 603).5 Dass auch im Georgisch-Sanischen der Gegensatz zwischen „one alone“ und „one together“ vorhanden ist, sieht man daran, dass die erste Bedeutung durch spezifische Wцrter kodiert wird: georgisch mxolo- „eine(r) allein“ (dazu in der Konjunktion xolo „allein, aber“) und cal- „ein (von zwei)“.

4. Ein analoges Bild wie bei „ein“ haben wir bei den „all“-Wцrtern. Im Altgeorgisch bedeutet qovel- „ganz“ (M 13,2 qoveli igi eri `das ganze Volk’; M 5,29 9oveli guami seni „dein ganzer Kцrper“), „jeder“ (im Singular: M 12,25 9ovel-i kalak-i `jede Stadt’; J 2,10 qovel-man 6ac-man „jeder Mensch“) und „all“ (im Plural: L 6,26 9ovel-n-i 6ac-n-i „alle Menschen“). Seit dem Mittelgeorgischen sind jedoch 9oveli `jeder’ und qvela- „all“ nebeneinander bezeugt (Martirosovi 1964: 226, Gigineisvili 1984).6 Wie im Fall von „one alone“, bezeichnet qvela eine Menge, deren innere Konstituenz nicht fokussiert ist, wдhrend qoveli die einzelnen Bestandteile einer gegliederten Gesamtmenge (Vater 1979: 93-95) fokussiert, und zwar distribuitiv (Gil 1995: 349). Das Konzept von „all“ ist mit dem von „ganz“ verwandt, und „ganz“ hat in vielen Sprachen die Neigung, fьr „all“ gebraucht zu werden, auch in der georgischen und der deutschen Umgangssprache: die ganzen Mдdchen = alle Mдdchen (vgl. auch Brugmann 1894: altindisch sбrva- „vollstдndig, heil, ganz, all, jeder“; Haspelmath 1995: 364-368); es ist nicht ausgeschlossen, dass mtel- < m-rt-el- wie ert- zur oben genannten Wurzel rt- gehцrt (vgl. Klimov 1964: 136): „ganz“ ist das, „was zusammen ist“.7 9vela entspricht also strukturell der Bedeutung „one together“ von „eins“.8 – Vor diesem Hintergrund kцnnte qvela- zur selben Wurzel gehцren wie 9vel- `Kдse’. Mzekala Saniჳe (1960) hat gezeigt, dass 9vel- ein deverbales Nomen zur Wurzel qav- ist, die hier die Bedeutung „zusammentun“ bzw. „(sich) sammeln, zusammen sein“ hat.9 Vgl. die Bemerkung von Eprem Mcire: rameTu yveli Seyofil ars, Sedgenili da ganmagrebuli rametu qveli seqopili ars, sedgenili da ganmagrebuli (apud Arabuli 2001: 263, Anm. 2) «denn „Kдse“ ist etwas Zusammengetanes, Zusammengefьgtes und Gefestigtes“.10 Ungeklдrt bleibt dabei das Suffix -a.

5. Gдnzlich unsicher ist auch die Etymologie von qov-el- „jeder“, das als morphologische Variante von qvela- „all“ gilt (Gigineisvili 1984). Seiner Bildung nach hat es dieselbe Form wie altgeorgisch cx-ov-el- `lebendig’ (vgl. auch den Parallelismus und die weitgehende Synonymie der Kompositionsglieder von 9opacxovreba „Leben(sform)“, wцrtl. „Sein-Leben“). Demnach wдre qovel- ein Partizip Prдsens (Marr 1925: 10711). Die heutige Bedeutung der Wurzel qov- (qovna `verweilen’) passt nicht zur Bedeutung von qovel-. Wenn aber fьr qoveine Bedeutung `sein’ gerechtfertigt werden kann (d.h. ein Zusammenhang zwischen den Wurzeln qav-/qv- `machen, sein, haben’ und qov- <qv-ov- (?); vgl. Arabuli 2001: 263 Anm. 2 et passim), bietet sich eine mцgliche Etymologie an: Es gibt viele Sprachen, in denen „all“ durch „was ist“ ausgedrьckt wird (qvela adamiani „alle Menschen“ = adamiani vinc aris „die Menschen, die es gibt“): im Lakkischen (Bouda 1949: 145), in den Turksprachen, den finno-ugrischen Sprachen (Beke 1914: 72-76, Lewy 1931 [1961: 554 Anm. 1]) und im Baskischen (dena „ce qui est, was ist“, Lewy ib.).

6. In den meisten Fдllen sind „all“ und „jeder“ etymologisch verschiedener Herkunft, aber in wenigen Fдllen sieht „jeder“ wie eine Ableitung von „all“ aus (Haspelmath 1995: 378-379): griechisch pвs, lateinisch omnis usw. bedeuten zunдchst „all“, dann aber auch `jeder’. Dies hдngt wohl mit der semantischen Asymmetrie von „all“ und „jeder“ zusammen. Wie Gil (1995: 324-327) gezeigt hat, ist „all“ das unmarkierte Glied der Opposition, und „jeder“ setzt immer „all“ voraus, aber nicht umgekehrt (ib. 330). Unmarkierte Terme werden aber oft auf Kosten der markierten verallgemeinert. (Ob es eine solche Asymmetrie auch bei „ein“ in seinen beiden Bedeutungen gibt, bleibt zu untersuchen.)

Wie ist vor diesem Hintergrund die Spezialisierung von neugeorgisch 9ovel- „jeder“ zu verstehen, das im Altgeorgischen die ganze Breite der Semantik „ganz, all, jeder“ abdeckte? „All“ verhдlt sich semantisch дhnlich wie sein Gegenteil „nichts“: In beiden Fдllen werden oft neue, „expressive“ Ausdrьcke und Verstдrkungen gebildet: kein bisschen, nicht die Bohne, kein Pfifferling usw., vollzдhlig, ohne Ausnahme, samt und sonders, alle Welt usw. (vgl. georgisch su(l)-9vela ganz-all>einfach all(e)“). Eine so motivierte Neubildung war mцglicherweise qvela-, das qovel- in seiner Bedeutung „all“, aber nicht in der Bedeutung „jeder“, verdrдngt hat; auf diese Weise erklдrt sich die Spezialisierung des heutigen qovel- „jeder“ als „Restkategorie“ (und nicht als Ьbergang von „all“ nach „jeder“).

7. Insgesamt ergibt sich folgendes Bild (die Pfeile bedeuten Ausdehnung des Gebrauchs):

Bibliographie

Anttila, Raimo 1989: Historical and Comparative Linguistics. Second revised edition (= Current Issues in Linguistic Theory 6). Amsterdam – Philadelphia: Benjamins

[Arabuli, Avtandil 2001] ავთანდილ არაბული: ზმნური და სახელური ფუძედქმნადობის პრობლემა ქართველურ ენებში (სმა, ენათმეცნიერების ინსტიტუტი). თბილისი: ქართული ენა

Bach, E. et al. (edd.) 1995: Quantification in Natural Languages. Edited by Emmon Bach, Eloise Jelinek, Angelika Kratzer and Barbara H. Partee (= Studies in Linguistics and Philosophy 54). Dordrecht…: Kluwer

Beke, Ц. 1914: „Tьrkische Einflьsse in der Syntax finnisch-ugrischer Sprachen“, Keleti Szemle 15: 1-77

Bouda, Karl 1949: „Zur baskisch-kaukasischen Sprachverwandtschaft (baskisch-lakkische syntaktische Ьbereinstimmungen)“, Lexis 2,1: 144-145 [dazu: „PS. des Herausgebers [Johannes Lohmann]“, pp. 145]

Bouda, Karl 1963: Besprechung von G. Dumйzil, Documents anatoliens sur les langues et les traditions du Caucase I (1960), ZDMG 113: 308-310

[Brugmann, Karl 1894] Ex Ordinis Philosophorum mandato renuntiantur Philosophiae Doctores et Artium Liberalium Magistri […] inde a die primo mensis Novembris A. MDCCCLXXXXIII usque ad diem ultimum mensis Octobris A. MDCCCLXXXXIIII creati. Praemissa est Karoli Brugmann commentatio vernaculo sermone conscripta: Die Ausdrьcke fьr den Begriff der Totalitдt in den indogermanischen Sprachen (eine semasiologisch-etymologische Untersuchung). Leipzig: Edelmann

[Činčarauli, Aleksi 1986] ალექსი ჭინჭარაული: „რიცხვით სახელ ერთ-იდან ნაწარმოები სიტყვები ქართულში“ / Words formed from the numeral erti „one“ in Georgian [R. 57], იბერიულ-კავკასიური ენათმეცნიერების წელიწდეული/Annual of Ibero-Caucasian Linguistics 13: 46-57

Deeters, Gerhard 1931: „Der abchasische Sprachbau“, Nachrichten der Gesellschaft der Wissenschaften zu Gцttingen. Philologisch-historische Klasse, Fachgruppe III (Allgemeine Sprachwissenschaft und цstliche Kulturkreise), Nr. 2

[Ertelisvili, Parnavaz 1950] ფარნავაზ ერთელიშვილი: „სხვასიყვის ეტიმოლოგიისათვის“, სტუდენტთა სამეცნიერო შრომების კრებული (თბილისის სახელმწიფო უნივერსიტეტი) 5: 211-219

Fähnrich, Heinz 2008: Kartwelisches etymologisches Wörterbuch (= Handbook of Oriental Studies, Section 8: Central Asia, Volume 18/Handbuch der Orientalistik). Leiden – Boston: Brill

[Gamqreliჳe, Tamaz – V.V. Ivanov 1984] Гамкрелидзея Тамаз Валерианович – Вячеслав Всеволодович ИвановЮ Индоевропежскиж язйк и индоевропежцй. Реконструкция и историко-типологический анализ праязйка и протокуътуры. С предисловием Р. О. Якобсона/Indo-European and the Indoeuropeans. A reconstruction and historical typological analysis of a protolanguage and a protoculture by Thomas V. Gamkrelidze & Vjacheslav V. Ivanov. With a preface by Roman Jakobson (AНСССР; AНГССР/Academy of Sciences, U.S.S.R.; Academy of Sciences, Georgian S.S.R.; Tsereteli Institute of Oriental Studies, The Institute for Slavic and Balkan Studies). Тбилиси: Изд. Тбилисского университета/Tbilisi: Publishing House of the Tbilisi State University

[Gigineišvili, Bakar 1984] ბაქარ გიგინეიშვილი: „დამატებანი ქართველურ ენათა საერთო ლექსიკურ ფონდში“, თბილისის უნივერსიტეტის შრომები 245: 30-51

Gil, David 1995: „Universal quantifiers and distributivity“, in: E. Bach et al. (edd.) 1995: 321-362

Haspelmath, Martin 1995: „Diachronic sources of „all“ and „every’“ , in: E. Bach et al. (edd.) 1995: 363-382

Hoffmann, J. B. 1948: „Die lateinischen Totalitдtsausdrьcke“, in: Mйlanges de philologie, de littйrature et d’histoire offerts а J. Marouzeau. Paris: Les Belles Lettres, pp. 283-290

[Klimov, G. A. 1964] Georgij А.Климов 1964: Этимологический словарь картвельских язйков (АНСССР, И Я). Москва, Изд. АНСССР

Lewy, Ernst 1931: „Skizze einer elementaren Syntax des Baskischen. Th. Linschmann zum 81. Geburtstage“, Caucasica 9: 88-128 [= E. Lewy 1961: 530-562]

Lewy, Ernst 1948: „Bedeutungsverwandtschaft“, Lexis 1: 194-198 [= E. Lewy 1961: 50-53]

Lewy, Ernst 1961: Kleine Schriften [ed. Wilhelm Wissmann et al.] (= Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Verцffentlichungen der Sprachwissenschaftlichen Kommission 1). Berlin: Akademie-Verlag

Marr, Nikolaj Ja. 1925: Грамматика древнелитературного грузинского язйка (= МЯЯ 12). Ленинград: (Изд. Российской Академии Наук)

Martirosovi, Aram 1964: ნაცვალსახელები ქართველურ ენებში. ისტორიულ-შედარებითი ანალიზი/Местоимение в картвельских язйках. Историко-сравнительный анализ. Тбилиси: сма гам-ба

[Papiჳe, Asmat 2008] ა. პაპიძე: „ერთი, როგორც ლექსიკურ-ფრაზეოლოგიური ერთეული“/One – as a lexical-phraseological unit [R. 341-343], in: II საერთაშორისო სიმპოზიუმი. იბერიულკავკასიური ენათმეცნიერება: მემკვიდრეობა და პერსპექტივები/II International Symposium Materials. Iberian-Caucasian Linguistics: Legacy and perspectives (საქართველოს მეცნიერებათა ეროვნული აკადემია, ენათმეცნიერების ინსტიტუტი. ი. ჯავახიშვილის სახ. თბილისის სახელმწიფო უნივერსიტეტი/National Academy of Sciences of Georgia, Institute of Linguistics; Iv. Javakhishivili State University).თბილისი/Tbilisi: თუ გამ-ბა, pp. 336-343

[Šaniჳe, Akaki 1973] აკაკი შანიძე: ქართული ენის გრამატიკის საფუძვლები. I. მოფოლოგია. მეორე გამოცემა (= თხზულებანი ვინფრიდ ბოედერი III = ძველი ქართული ენის კათედრის შრომები 15). თბილისი: თუ გამ-ბა

[Šaniჳe, Mzekala 1960] მზექალა შანიძე 1960: „ძველი ქართული ლექსიკიდან. 4. ყველი“, ხელნაწერთა ინსტიტუტის მოამბე 2: 60-63

Vater, Heinz 1979: Das System der Artikelformen im gegenwärtigen Deutsch. 2., verbesserte Auflage [Diss. 1962] (= Linguistische Arbeiten 78). Tübingen Niemeyer

Wackernagel, Jacob 1928: „Indoiranica. 2. Mittelind. ekacca-“, Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung 55: 109-111

___________________

1. Nino Doborჳginiჳe (Tbilisi) danke ich für vielfältige Hilfe bei der Fertigstellung dieses Aufsatzes.

2. Ertelisvili (1950) stützt sich auf ähnliche Fälle, wo in verschiedenen Handschriften sxuaund ert- miteinander wechseln: გამოვიდა პეტრე და სხჳაჲ იგი მოწაფეჲ gamovida Petre da sxuaj igi mocapej (DE) vs. … da erti igi mocapej (C) (J 20,3), sowie auf das altarmenische Wort fьr „ander“: mi-(e)ws = erti-ya (bzw. erti-c). Ich muss es den Spezialisten ьberlassen, ob die Ьbersetzung des Hadisch-Codex in diesem Fall ein Armenismus ist.

3. Vgl. Wackernagel (1928: 38) ьber дhnliche Fдlle im Altindischen. Auf die genaue Entwicklung kann ich hier nicht eingehen. In anderen Sprachen wird umgekehrt das Wort fьr „ander“ in der symmetrischen Koordination wiederholt: griechisch бllos… бllos, lateinisch alius … alius, altindisch anyб … anyб „andere … der andere…“ = „der eine … der andere“; vgl. sxva da sxva „ander und ander“ > sxvadasxva „verschieden“.

4. Zu dieser Bedeutung gehцrt wohl auch die bisher wenig beachtete idiomatische Bedeutung von erti bei Zahlwцrtern `etwa, ungefдhr, დაახლოებით’ („insgesamt“ > „ungefähr“?); sie findet sich im Georgischen, Mingrelischen (arti ziri sa -eni ki’uapu „ერთი ორი საჟენი იქნებოდა, es werden etwa 2 Sashen gewesen sein“, Xubua 12 apud O. Kaჳaia s.v.), Nordwestkaukasischen und Baskischen (Bouda 1963: 309).

5. Činčarauli (1986) erklärt die Wurzel rt- umgekehrt durch Reanalyse von ert- in se-ert-eba > se-e-rt-eb-a und leitet mrteli aus *me-ert-el- ab. Die Wurzel rt- ist aber schon im ältesten Georgisch und im Mingrelischen gut bezeugt (Klimov 1964: 156).

6. Die genaue historische und die heutige Distribution der beiden Wцrter bleibt allerdings zu untersuchen. Im Folgenden unterstelle ich einfach, dass neugeorgisch qoveli deutsch jeder und qvela- all- entspricht. Diese Annahme bedarf sicher einer Korrektur (vgl. die Beispiele bei Gigineisvili 1984). Marr (1925: 107) hдlt das spдter belegte qvel-a- (ebenso wie die spдteren Varianten von qov-el-, qovl-/qol-) fьr ein Element aus der „Volkssprache“ („народная ръчь“); das mag richtig sein, erklärt aber nicht viel. – Auch auf eine Diskussion von georgisch tito- `je ein’, tito-tito- `je einzeln’ und auf die reduplizierten distributiven Formen (im Altgeorgischen im Adverbialis) kann ich nicht eingehen: miagos kac-ad-kacad- sa sakme-ta mat-ta-ebr (M 16,27) `er wird jedem (Mensch-Adverbialis-Mensch- Adverbialis-Dativ) nach seinen Taten vergelten’ (vgl. Martirosovi 1964: 224; 364 und Gil 1995 mit weiterer Literatur).

7. Der Begriff „ganz“ ist seinerseits oft aus dem der Gesundheit abgeleitet, wie im Indogermanischen: griechisch hуlos „ganz“ gehцrt zu lateinisch salvus „gesund“, deutsch heil zu englisch whole; cf. slavisch celй „ganz, heil“; Brugmann 1894 $14. Zum Suffix -elvgl. Arabuli 2001 $ 3.2.

8. In diesem Zusammenhang ist auch mingrelisch arჳo „all“, arჳa „all, ganz“ (O. Kaჳaia s.v.) zu erwähnen, das wahrscheinlich zu arti „ein’ gehört (Martirosovi 1964: 228). Man beachte dazu das abchasische Wort ze-g“ – „al“, das die nordwestkaukasische Wurzel za „ein“ zu enthalten scheint, sowie -g“ – „auch“ (Deeters 1931: 302).

9. Diesen Hinweis verdanke ich Nino Doborჳginiჳe.

10. Es ist dabei gleichgültig, ob „Seyofa, (sich) zusammentun“ sich auf die Gerinnung der Milch oder auf das Zusammenfassen des geronnenen Materials bezieht (swanisch li- 9el-e „yvelis amoyvana“, M. Cartolani apud Mz. Saniჳe 1960: 63; vgl. Arabuli 2001: 262-264). qvela ist also semantisch vergleichbar mit lateinisch totus < *towetos `vollgestopft > vollständig > ganz > all’ (Brugmann 1894, Hoffmann 1948: 289-290) und lateinisch universus `auf ein und denselben Punkt gerichtet’ > `all’ (Hoffmann 1948: 286).

11. Marr (ib.) geht von einer sonst nicht erhaltenen Wurzel qvl- „sammeln, sobirat -„ aus. Danach hдtte das Etymon von qovel- dieselbe Semantik gehabt wie qvela- nach der oben gegebenen Deutung.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / შეცვლა )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / შეცვლა )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / შეცვლა )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / შეცვლა )

Connecting to %s